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Weltwundern: Umweltbewusstsein nützt

Manchmal ist man zu blöd für das Naheliegende. Manchmal war bei mir gestern.


Da war dieser Termin, für den ich mein iPhone auf lautlos gestellt hatte. Der Termin war wichtig und ich gründlich. Ich habe den kleinen Schieberegler am Handy extra noch einmal hin- und her geschoben, zur Sicherheit. Das Display zeigte mir an: Klingelton ist aus. Ich ging zum Termin.

Als ich wieder raus kam, pfiff mein Handy. Dieses tack-tack-tack vom Iphone-Specht. Alle mit Iphone kennen dieses Geräusch. Alle ohne Iphone haben eben kein Iphone. Die Werbung warnt euch doch regelmäßig.

Es pochert also. Ich kontrolliere mein Handy; auf dem Display steht, dass es immernoch lautlos sei. Ich schalte es aus und wieder an. Das Display sagt lautlos. Mein Handy pochert. Ich checke meine Mails. Nichts, keine neue Mail, die das Pochern erklären könnte. Auch keine neuen Nachrichten. 

Kurz bevor ich den ärztlichen Notdienst alamieren will, pochert es schräg neben mir. 
Ich drehe meinen Kopf. Ein Specht. 
Es war die ganze Zeit ein echter, lebendiger Specht.

Manchmal ist die Scheiße gar nicht kaputt, man ist nur denaturiert.

Einen schönen Feierabend wünsche ich dir,


Hübsch: Mopspott mit Dutt

Lieblinge der Woche: Mein kleiner Zimmerdschungel. Und der Mopspott, weil er so herrlich biestig schaut. Außerdem ist Mopspott ja wohl mal ein Knüllerwort.


Mit Worten ist es wie mit guten Männern: An manche muss man tagelang denken. Andere dagegen sind nur Hülsen. Sie klingen wahnsinnig klug, sind aber beim näheren Hinsehen verdammt fad. Worte wie "rügen". Klingt nach Insel, macht aber nur Ärger.

Mopspott dagegen ist ein Wort, bei dem alles passt. Es kommt ein Mops drin vor (Luft nach oben: Zwei Möpse sind besser), ein Doppel-T und auf das ganze Wort zwei ps - das ist selten und daher üppig.

Mopspott ist mit der Deadpool unter den Worten. Irgendwie nicht ganz korrekt, vielleicht sogar Grund, sich zu ärgern. Aber eben auch frech und hipstermäßig. Wenn das ein Pluspunkt ist.

Wo wir gerade bei Deadpool sind (den ich mit seiner respektlosen Art auf proletenhafte Weise heiß finde) - es gibt leider auch unerotische Wörter.

Steigere ich mich rein? Kann sein. Macht aber Spaß. Zurück zum Thema. Unerotisch ist zum Beispiel Trester. Sprecht das mal laut aus. Trester. Kommt aus dem Weinwesen und bedeutet Pressrückstand. Man kann es wohl auch als Onomatopoeticon für denselbigen verwenden. Trester klingt nämlich schon nach gepresst und Abfall und nach etwas, was ich ganz sicher nicht in meinem Mund haben will.




Für alle die Worte nur benutzen, um eine Pizza zu bestellen und sonst lieber nicht weiter darüber nachdenken wollen: Auch für euch gibt es einen Mehrwert in diesem Artikel. Das braune Holzding, auf dem die Töpfe stehen ist ein zauberhafter Untersetzer von Ferm Living. Der sollte eigentlich meine Auflaufform beherbergen, aber dafür erschien er mir zu schwach. Schön ist er trotzdem, deswegen darf er in meinen Garten. Auch wenn da sonst nur die Harten reinkommen, haha.

Die Messing-Kerzenhalter gibt es immer mal wieder im Bündel bei Dawanda oder über ebay-Kleinanzeigen für 10 € oder so. Ich liebe sie sehr.

Und den Mopspott, tja, den hat mir meine Schwester geschenkt. Ich weiß nicht, wo sie ihn her hat. Ich weiß nur, dass sie ihn so hässlich fand, dass sie an mich denken musste. Was auch immer das heißen mag.

In diesem Sinne - hab einen tollen Wochenstart!
deine


Die Kette mit der Reaktion: Yeah!

"Mega Kette", sagt er zu mir.
"Killer", sagt sie zu mir.
"Voll", finden alle und ich sage: "Ich weiß".
Alle sagen: "Halt die Klappe, Steffi!"


Anders habe ich es nicht verdient, da sind wir uns sicher einig. Doch: Die Yeah-Kette gefällt immer allen, daher bin ich nicht mehr überrascht. Meinen Freunden, dem Ubahnfremden, der mir quer über drei Sitze einen Daumen hoch dafür gab, mir sowieso und auch meinem Onkel. Und der versteht von Ketten so viel wie ich von hydraulischen Seilwinden: Man erkennt eine, wenn sie einem gezeigt wird. Meistens jedenfalls.


Warum sollte man sie auch nicht gut finden: Ein zartblaues Lieblingsteil, das man  unkompliziert über Dawanda bestellen kann. Liebevoll wird in Hamburg alles aus handgefärbtem Baumwollseil gefertigt und außerdem nimmt sich das Lable Goldmeise nicht allzu ernst: Man setzt auf lustig statt Luxus. Vergessen sind die vermeintlich luxuriösen Statement-Ketten, die beladen mit Plastik-Steinen und riesen Anhägern eher aussehen wie etwas, mit dem man Löcher in einer Panzerkette nach einem Feldminenzwischenfall flicken könnte. Ich mag meinen Schmuck entmilitarisiert. Daher meine Leidenschaft für Statement-Ketten, die nur deswegen Statement-Ketten sind, weil sie was zu sagen haben. Yeah nämlich.

Einen schönen Dienstag wünsche ich dir,


Knüllergeschenk: Ministollen-Takeaway mit beinahe-Polaroid-Karte

Wenn so eine Take-Away-Box für chinesisches Essen geeignet ist, kann sie auch für Stollen nicht schlecht sein, habe ich mir gedacht. Natürlich nicht gleichzeitig. Und eigentlich auch nicht nacheinander, denn so ein Hühnchen süß-sauer sifft die Pappschachtel doch ordentlich durch. Aber so vom Prinzip her würde es schon nett aussehen. Wie auch immer, sehet selbst!


 

Rezept für Ministollen (ergibt ca. 60 Stück)

100 g gehackte Mandeln
180 g Butter

80 g Rosinen
100 g getrocknete Aprikosen
50 ml brauner Rum
1 Biozitrone
1 Vanilleschote
250 g Mehl
60 ml Milch
1 Würfel frische Hefe
50 g Zucker
Salz
50 g Marzipanrohmasse
Puderzucker

Die Mandeln in einer Pfanne ohne Fett rösten, bis sie duften und hellbraun sind. Butter schmelzen. Rosinen und Aprikosen fein hacken. Rum erwärmen und Trockenobst darin einweichen. Die Zitronenschale fein abreiben und mit dem ausgekratzten Mark der Vanilleschote in einer großen Schüssel vermischen. Mehl in die Schüssel sieben, mit der Hand eine Mulde hineindrücken. Milch anwärmen. Hefe in die Mehlmulde bröseln und mit Milch, Zucker und etwas Mehl vom Rand verrühren. Den Vorteig zugedeckt 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

Alles mit 125 g weicher Butter und 1 Prise Salz verkneten. Marzipan würfeln und mit Mandeln und Trockenobst unter den Teig kneten, bis dieser glatt ist. Den fertigen Teig nocheinmal abdecken und 30 Minuten gehen lassen.

Ofen auf 200 Grad vorheizen. Den Teig in 15 g schwere Portionen teilen und zu Stollen formen. Mit etwas Abstand zueinander auf das mit Backpapier ausgelegte Backblech setzen. Die Ministollen zugedeckt noch einmal 15 Minuten gehen lassen und anschließend je ein Blech auf mittlerer Schiene 10-15 Minuten backen.

Stollen aus dem Ofen nehmen und direkt mit flüssiger Butter bepinseln. Nach 15 Minuten die Knilche erneut mit Butter einstreichen und sofort in Puderzucker wälzen.

Zum verschenken die Stollen einfach in kleine Pappboxen schichten, Band drum und fertig. Die Takeaway-Boxen habe ich übrigens hier bestellt.

Okay, Stollen sind fertig. Aber wie war das mit der fast echten Polaroid-Karte?
Einfach war´s vor allen Dingen! Zu den Stollenboxen wollte ich Karten verschenken, auf denen die Stollen selbst abgebildet sind - weil sie doch so schön weihnachtlich sind. Doch die meisten Fotokarten, die man sich an den Geräten in Rossmann & Co. ohne Rücksicht auf Kontraste, Farbstiche und Tiefenschärfe ausspeien lassen kann, finde ich potthässlich. Vor kurzem habe ich allerdings entdeckt, dass man hier eigene Bilder als Polaroid entwickeln lassen kann. Ein eigenes, hübsches Foto auf einem Polaroid mit Kommentarfläche direkt unter dem Bild und einer leeren Rückseite zum Beschriften - das ist die tollste Weihnachtskarte jemals, oder?


Einen gemütlichen 10. Dezember wünsche ich dir,
Stefanie

Rahmfladen mit Speck - heute vom Sofa aus

Weihnachten vom Sofa aus - klingt zu schön, um wahr zu sein? Nein. Hier wird dir von einer überzeugten Anhängerin der Adventssonntage-sind-am-besten-wenn-sie-auf-der-Couch-verbracht-werden-Theorie erklärt, wie das genau geht. Gratis mit dabei ist auch ein Rezept.


Letztes Jahr:
Oh. Morgen ist schon der erste Dezember? Na, dann sollte ich wohl heute noch den Adventskalender herschenken. Oder zumindest die Rohversion dessen, was ich mir ursprünglich vorgenommen hatte.

Dieses Jahr:
Ha! Der Adventskalender liegt schon seit zwei Wochen fix und fertig eingepackt aufm Schrank und wartet auf Übergabe. Der Bachelorarbeitsunlust sei dank.

Letztes Jahr: 
"Die Freundin vom Ding hat dieses Jahr beschlossen, nur zwei Sorten Plätzchen zu backen. Alles andere ist ihr zu viel Aufwand. Kannste das glauben?"
"Das glaub ich der nicht!"

Dieses Jahr:
Ich mache höchstens zwei Sorten Plätzchen. Allerhöchstens. 

Letztes Jahr:
What? Es ist schon der 12. Dezember und ich habe noch kein einziges Geschenk? Gleich Computer hochfahren und onlineshoppen. Aber bis die das liefern dauert es doch wieder drei Tage. Hm, vielleicht doch besser ab in die Stadt und richtig einkaufen. Mit Bargeld, Anfassen und so. Dann haste das Zeug zumindest schon daheim und musst nicht weitere kostbare Tage mit Warten vertrödeln.

Dieses Jahr: 
"Dieses Jahr schenken wir uns nichts." 

Letztes Jahr:
Christkindlmarkt, Rahmfladen mit Speck und Glühwein, Glühwein, Glühwein bis zum Umfallen!!

Dieses Jahr:
Rahmfladen mit Speck und Glühwein, Glühwein, Glühwein. Aber bitte von zuhause aus. Dann gestaltet sich die Erstversorgung nach dem Umfallen für die Anwesenden auch etwas leichter.... 

Letztes Jahr:
So ´n schicker Damast-Läufer,  weiße Kerzen in goldenen Kerzenleuchtern und viele Tannenzapfen. Goldene Platzteller. Weißes Geschirr, goldenes Besteck und auf jedem Platz ein Olivenzweig mit einem Keramikstern dran - das wäre doch ne hübsche Idee für die Tischdeko, findste nicht?

Dieses Jahr:
Hab ich für jeden Gast einen Teller? Äh ja, fast. Einen kaputten muss ich noch kleben. 
Ansonsten: Als Tischdeko verteile ich wohl Lärchenzweige in verschiedenen weißen Vasen auf dem Tisch. Yolo.

Letztes Jahr:
Was sollen wir an Weihnachten nur kochen? Die Ina isst kein Fleisch, der Robert ist allergisch gegen sämtliche Plätzchen - also gegen die Nüsse da drin - und die Simone lebt seit neuestem vegan, verträgt aber kein Soja. Da drehste doch durch!

Dieses Jahr:
Es gibt für alle Kartoffelsalat mit Würstchen. Punktum. Die Vegetarier bekommen nur Kartoffelsalat und die Veganer können die Tischdeko essen.

Letztes Jahr:
Haste jetzt für jeden alles? Passt das auch, gefällt es ihr und können sie das wirklich brauchen?

Dieses Jahr:
Haste jetzt für jeden alles? Passt das auch, gefällt es ihr und können sie das wirklich brauchen?
Weil ganz so einfach kann ich es mir dann doch nicht machen.


Rezept für 4 Portionen weihnachtliche Rahmfladenbrote mit Speck und Lauchzwiebeln

450 g Mehl
200g Roggenmehl
1 Würfel frische Hefe
1 Bund Lauchzwiebeln
150 g Speckwürfel
200 g Sauerrahm
Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Kümmel
400 ml warmes Wasser

Hefe in fünf Esslöffeln lauwarmen Wasser auflösen und zwei Esslöffel Mehl dazu rühren. Mischung nun an einem warmen Ort stehen lassen, bis sich Blasen bilden.

In der Zwischenzeit das Mehl, Roggenmehl, drei Teelöffel Salz und das Wasser in einer Schüssel verrühren. Die Hefemischung nun in die Mehlmischung geben und den Teig kräftig mit dfen Händen kneten. Solange, bis die Hände weh tun. Erst dann ist der Teig schön glatt, geschmeidig und klebt nicht mehr. Den Teig in die Schüssel legen, diese mit einem Geschirrtuch abdecken und alles an einen warmen Ort verfrachten, an dem es sich der Teig so richtig gemütlich machen kann. Dort gibt man ihm eine Stunde Zeit.

In der Zwischenzeit den Sauerrahm mit Muskat, Salz, Pfeffer und Kümmel kräftig würzen. Lauchzwiebeln abbrausen, trockentupfen und in Ringe schneiden. Die Speckwürfel bereit stellen. Ofen vorheizen auf 180 °C.

Ist der Teig etwa doppelt so groß aufgegangen, kann man weite rmachen. Den Teig noch einmal gut durchkneten. Fladen daraus formen, die etwa handflächengroß und einen halben Zentimeter dick sind. Nicht zu dick machen, da man sonst nur sehr schwer abbeißen kann - die Knilche  gehen beim Backen noch auf!

Nun den Sauerrahm mit einem Esslöffel gleichmäßig auf den Fladen verstreichen - je nach Größe des Fladens zwischen 2-3 Esslöffel Sauerrahm verwenden. Anschließend die Speckwürfel darüber streuen und 20 Minuten backen. Vor dem Servieren die Lauchzwiebeln darüber streuen. 
Schmecken am besten direkt aus dem Ofen. Aber Vorsicht: Die Fladenbrote sind wirklich heiß!


Einen wunderschönen ersten Advent wünsche ich dir noch - mach es dir gemütlich!


Weltwundern: Farbenblind. Warum die Verwendung von Emojis echt kompliziert ist.

Über was ich so nachdenke, wenn ich keine Lust auf meine Bachelorarbeit habe und daher ganz dringend meine Handy-Updates aktualisieren muss.


Ich habe gerade mein Iphone-Update installiert. Jetzt, nachdem es mich wochenlang mehrmals täglich daran erinnert hat. Noch schneller und noch besser wäre es damit. Und mehr Emojis gäbe es auch. Das Emoji-Argument hat mich letztlich überzeugt und ich als ehemalige Paniniheftchen-Sammlerin wollte alle neuen grinsenden Gesichter haben. Im Endefekt ist durch das Update nichts schneller geworden. Es wurde alles nur noch runder und noch bunter. Aber das kennt man ja von Apple. Außerdem soll es um etwas ganz anderes gehen. Nämlich um die politisch korrekte Verwendung von Smileys. Seit ich bei Whatsapp aus 6 Teint-Varianten auswählen kann, bin ich nämlich verunsichert. Noch vor einer halben Stunde habe ich um meine Zustimmung zu signalisieren einen "Daumen hoch" verschickt. Den einen. Den einzigen. 

Doch nun sitze ich bereits 5 Minuten lang vor meinem Handy, starre auf das leuchtende Display und versuche zu erörtern, welche Durchschnittshautfarbe wohl die Mitglieder der Whatsappgruppe haben, an die ich gerade meinen Zustimmungsdaumen verschicken wollte. 

Ist das überhaupt die richtige Strategie? Verlangt Apple von mir vielleicht sogar für jedes Mitglied einer Whatsappgruppe einen persönlichen Daumen mit möglichst wenig Diskriminierungspotenzial auszuwählen? Doch wenn es schon um Anti-Diskriminierung geht: Warum gibt es keine Daumen mit lackiertem Nagel, damit klar ist, dass das ein Frauendaumen ist? Und am allerwichtigsten: Welchen Daumen soll ich für den einen Kommillitonen aussuchen, der an den Spätfolgen der Kinderlähmung leidet? Einen gekrümmten vielleicht? 

Wo bei der Daumenfrage noch Klärungsbedarf herrscht, hat sich die Familiensituation eindeutig vom traditionellen Modell abgewandt. Appel hat fünfzehn (!) Eltern-Kind-Konstellationen illustriert, wovon zehn ein gleichgeschlechtliches Elternpaar abbilden. Jedes gleichgeschlechtliche Paar soll Kinder haben, adoptieren und lieben dürfen wie andere Paare auch. Doch muss man diese Familien-Smiley-Auswahl wirklich anpassen? Was, wenn ich meinen Hund auch als Familienmitglied betrachte? Also bitte - alles auf null. Alle fünfzehn Versionen bitte einmal mit Hund.

Irre, dieses Emojis. Mit allem Verständnis für die Angst, jemanden zu benachteiligen, zu übergehen oder auszugrenzen: Den Nikolaus jetzt auch mit dunkler Hautfarbe anzubieten, erhöht die Weihnachtsvorfreude für nordafrikanische Muslime wohl wirklich nur geringfügig.

Ich habe jedenfalls beschlossen, ab jetzt alle Emojis mit einem Blauwal zu ersetzen. Da muss ich mir nicht den Kopf zerbrechen, denn der ist immer einfach nur blau und fett. Mal schauen, wie lange noch.Vielleicht gibt es ihn ja auch bald in einer schlankeren, weniger diskriminierenden Version.

Einen gemütlichen letzten November-Mittwoch wünsche ich dir,


Woanders essen: Das BEBEK in Zürich

Ein brandheißer Tipp für alle, die demnächst nach Zürich kommen: Schaut doch auf ein gemütliches Frühstück im Restaurant BEBEK vorbei. Dort ist die Küche organic-oriental, die Einrichtung ein Mix aus modernem Design und Flohmarkt und der Gemütlichkeitsfaktor superkalifragilistischexpialigetisch.


Zürich ist schön aber Istanbul ist auch spitze, finden Alex, Bruno, Jörg und Jolanda. Und weil die Stadt am Bosporus die vier mindestens so beeindruckt wie die größte Schweizer Stadt, wünschen sich Alex, Bruno, Jörg und Jolanda zwei Dinge. Nämlich einmal die familienfreundliche, gemütliche und lebendige Wuseligkeit der türkischen Metropole mitten in Zürich zu haben. Und außerdem ein modernes, unkitschiges Restaurant mit fantastischer nachahltig-bewusster orientalischer Küche. Ja, genau, auch das wollen die vier mitten in Zürich haben.

Soll ich euch etwas verraten? Sie haben es geschafft! Und wie! Sie haben Nägel mit Köpfen gemacht, einfach mit dem Wünschen aufgehört und dafür rangeklotzt. Von früh bis spät und an sieben Tagen in der Woche hat das BEBEK (Badenerstraße 171 in Zürich) nun seit einem Jahr geöffnet und ist immer voll wie Bolle. Deshalb unbedingt vorher bei Alex, Bruno, Jörg und Jolanda anrufen und reservieren. Warten mag schließlich niemand.

Auch allen, die eine größere Feier planen, helfen Alex, Bruno, Jörg und Jolanda gerne. Man kann das Restaurant nämlich auch für eine geschlossene Gesellschaft reservieren und in Absprache nach den eigenen Wünschen dekorieren lassen. Für den Fall, dass ich einmal in Zürich heiraten sollte, habe ich das BEBEK jedenfalls schon mal vorsorglich auf meiner Location-Liste notiert. Also, hätte ich zumindest, wenn es so eine Liste gäbe.



Alle Langschläfer dürfen sich übrigens gerne noch einmal im Bett umdrehen, denn Frühstück gibt es im BEBEK sogar bis 16 Uhr. 

Apropos Frühstück: Wer schon einmal in Istanbul war, kennt vielleicht die türkische Art zu frühstücken: Unmengen an Schafskäse, klein geschnittene Tomaten und Gurken, schwarze Oliven, selbst gemachtes Hummus und dazu Sesamkringel. Außerdem Joghurt mit Honig und Nüssen und frisches Obst. Und Minztee. Das alles und noch viel mehr gibt es dort  auch. Und wer am Morgen noch keinen Appetit auf Oliven hat, kann zum Beispiel auch ein "kleines Süß" haben: Croissant, Honig, Butter und Marmelade wären das dann. Genauso kann man sich aber auch aus der gefühlt einen Kilometer langen Frühstückskarte sein Frühstück selbst zusammenstellen. 

Denn im BEBEK soll jeder so sein dürfen, wie er ist und das bekommen, was er möchte. Das ist Alex, Bruno, Jörg und Jolanda wichtig. Es ist ein Platz für alle, für jeden, irgendwo zwischen dem Orient und dem Westen.

Abends dann gibt es im BEBEK haufenweise irre leckere Mezze - so heißen die türkischen Vorspeisen - und zwar haben die da alles, was man sich so vorstellen kann: Tabouleh, Datteln im Speckmantel, gebratene Okraschoten, gegrillter Halloumi, Dolma, Fleischiges und Fischiges - einfach alles. Einfach alles, einfach alles, einfach alles, was jemals existierte. Ach, und Hugh Jackman. Haha. Kleiner Witz für Scrubs-Fans.


Besonders schön fand ich, dass sich im BEBEK wirklich jeder wohlfühlt: Ein stolzer Papa mit seinen zwei kleinen Söhnen, wobei einer langsam eine Breze in seinem Mund aufweichte und der andere glücklich mit beiden Händen seine Tasse mit heißer Schokolade festgehalten hat. Die sechs Senioren, die an einem kleinen runden Tisch saßen und zufrieden und in gegenseitigem Einvernehmen miteinander geschwiegen haben. Und das junge Päärchen, das sich ein Stück Schokoladentorte geteilt hat - er sichtlich verliebt in sie, sie verliebt in die Torte. 

Sollte es so nicht immer sein? Hinkommen, ankommen. Glücklich sein. Wie schön, dass es solche Orte wie das BEBEK gibt und dass sie es einem so verdammt einfach machen, das mit dem glücklich sein.

Einen schönen Sonntag Abend wünsche ich dir,




Quelle: Bild 2 und 6 von bebek